Sie hat alle Hände voll zu tun: Am 6. März wird Susanne Gaensheimer, die neue Direktorin am Museum für Moderne Kunst, ihre erste Ausstellung mit einem Fest eröffnen. Zeit für ein Gespräch im Museumsrestaurant findet sie trotzdem.
Julia Kroh
"Das MMK war für mich schon immer eines der ganz, ganz wichtigen Häuser für Gegenwartskunst in Deutschland", sagt Susanne Gaensheimer.
Nein, Frankfurt ist für sie kein Neuland. Schon als sie in München Kunstgeschichte studierte, kam sie häufig in die Stadt und ins MMK, hat "wahrscheinlich jeden einzelnen Szenenwechsel" des damaligen Museumsleiters Jean- Christophe Ammann gesehen. Und als sie dann ihre Doktorarbeit über Bruce Nauman geschrieben hat, war sie regelmäßig im Museum. "Das MMK war für mich schon immer eines der ganz, ganz wichtigen Häuser für Gegenwartskunst in Deutschland", sagt Susanne Gaensheimer. Heute ist sie hier Direktorin und - das merkt man recht schnell, wenn man sich mit ihr unterhält - wahnsinnig glücklich darüber.
Man spürt ihre enorme Begeisterung, wenn sie über die geplanten Ausstellungsprojekte des Jahres spricht, wenn sie zum Beispiel von den "starken Farben, unglaublichen Bildern und Rhythmen" schwärmt, die einen Film der amerikanischen Künstlerin Sarah Morris aus machen, der während der Olympischen Spiele in Peking entstand. Gaensheimer ist stolz, dass dieser Film, der die Machtstrukturen des Großereignisses Olympia verdeutlichen will, seine Europa-Premiere im MMK feiern wird. "Kunst, die mich begeistert, muss ästhetisch und intellektuell überzeugen", sagt sie. Und erklärt ihr Profil: "Was wir auf keinen Fall machen werden, ist ein populistisches Programm. Mich interessiert Kunst nicht als Ereignis, sondern in dem, was sie selbst ist. Vielleicht bin ich akademischer als andere Ausstellungsmacher, langweilig wird es im MMK trotzdem nicht werden - das verspreche ich Ihnen." Man könnte Sätze wie diese als Kampfansage an Max Hollein deuten, der mit seinen überaus populären Ausstellungen in Schirn und Städel große Zustimmung erntet. In den vergangenen Monaten wurde viel über einen Konkurrenzkampf zwischen MMK und den Häusern von Hollein geschrieben und gemutmaßt. Gaensheimer sieht das Thema sehr entspannt - und ist eine Verfechterin der Pluralität: "Ich habe großen Respekt vor dem, was Max Hollein macht. Aber ich bin anders. Und darum stehe ich auch für einen anderen Zugang zur Kunst."
Susanne Gaensheimer ist einnehmend, charmant. Die Sätze, die sie spricht, sind präzise formuliert, druckreif. Sie lacht viel, aber nie laut. Und sie ist glücklich, in Frankfurt angekommen zu sein, auch wenn die Umzugskartons in der neuen Wohnung am Holzhausenpark noch lange nicht ausgepackt sind: "Wie schön es in unserem Viertel ist, das merken wir erst jetzt. Der tolle Park, der große Spielplatz. Wir haben zwei Kinder - da ist die Lage natürlich ideal. Frankfurt ist keine riesige Stadt und trotzdem ausgesprochen kosmopolitisch und urban. Das und die Offenheit der Menschen hier gefällt mir sehr."
Unser Autor Alexander Jürgs war mit Susanne Gaensheimer Mittagessen im: Triangolo im MMK, Altstadt, Domstr. 10, Di-So 10-1 Uhr (Küche bis 23 Uhr), triangolo-mmk.de
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