Das Open Source zählt zu den ambitioniertesten Festivals in Deutschland. 2009 geht es in die vierte Runde. Keine Selbstverständlichkeit, erzählt Philipp Maiburg, der künstlerische Leiter des Festivals.
HF
"Wir wollten immer die Stärken der Düsseldorfer Musikszene präsentieren", erzählt Philipp Maiburg.
Idealismus kann ganz schön anstrengend sein. "Wenn man um zwei Uhr morgens im strömenden Regen aufbaut, mit dem Gapelstapler durch Schlamm fährt, das sind Gefühle, die hatte man seit der Kindheit nicht mehr." Philipp Maiburg über das Open Source Festival sprechen zu hören ist ein bisschen so, als lausche man einem Vater, der von seinem Kind spricht. Ein Kind, das er liebt, hegt und pflegt, das aber nicht immer macht, was er will. Die Veranstaltung hat einen erstklassigen Ruf, das Booking ist ambitioniert, das Publikums-Feedback war stets positiv. Trotzdem mussten Maiburg und seine Mitorganisatoren in den letzten Jahren draufzahlen. Aus eigener Tasche. Es gibt Sponsoren, auch Unterstützung vom Kulturamt, kostendeckend war die Veranstaltung aber noch nicht. Andere hätten vielleicht aufgegeben. Zumal sämtliche Mitglieder des OSTeams Vollzeitjobs haben, die Festivalorganisation also nebenbei betreiben. (Falls man eine zehnmonatige Arbeit als "nebenbei" bezeichnen kann.) Während unseres zweistündigen Gesprächs kommt dennoch nie das Gefühl auf, Maiburg zweifle an dem Projekt. "Man muss einen langen Atem entwickeln. Die Vorarbeit der letzten Jahre zahlt sich langsam aus."
Inzwischen muss er das Festivalkonzept nur noch selten erklären. "Am Anfang dachten einige, wir wollten ihnen ‘Rave am Rhein' verkaufen." Inzwischen ist den Letzten klar, dass das Open Source kein Freiluft-Mayday ist. Vor kurzem gab es eine Audienz im Rathaus, der Bürgermeister steht hinter dem Festival. Die Idee, auf die Galopprennbahn zu wechseln, kam sogar von der Stadt. "Die neue Location ist ein Glücksfall", sagt Maiburg. Dabei war der Umzug nur Terminschwierigkeiten in Lörick geschuldet. Auch das Booking klappt dieses Jahr besser. Mit Tocotronic und The Streets treten zwei zugkräftige Headliner auf, der Vorverkauf läuft gut. Von den großen Namen profitieren auch die lokalen Acts. "Wir wollten immer die Stärken der Düsseldorfer Musikszene präsentieren. Ein Festival mit rein regionalem Booking hätte aber nicht viel Sinn gehabt." So ziehen die Headliner auch auswärtiges Publikum an, das sich quasi nebenbei ein Bild von der lokalen Szene machen kann. Vom Musikstandort Düsseldorf ist Maiburg überzeugt. "Man sollte die Stadt nicht mit Berlin oder London vergleichen, sondern eher mit Barcelona oder Krakau. Dort haben sich großartige Festivals wie das "Sonar" oder "Unsound" etabliert. Wir haben hier selbst eine starke Poptradition, die von Kraftwerk bis NEU reicht. Das Open Source soll daran anknüpfen, vor allem aber die musikalische Gegenwart der Stadt spiegeln."
>>> Open Source Festival, Sa, 25.7., Galopprennbahn Grafenberg, Rotkompot (Pinienstr. 23c) und Zakk, beide D-Flingern, open-source-festival.de
Mit Philipp Maiburg war unser Autor Ingo Juknat Mittagessen im: Luang Prabang, Platanenstr. 26, D-Flingern, Tel. 2 30 42 75, luang-prabang.net
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