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FÜR FANS VON: der Twilight-Serie, Vampire Diaries (TV)
Ach, Gottchen! Sie haben's getan! Drei Jahre nach dem Kinostart der "Twilight"-Saga hatten Edward und Bella nun endlich das, worum es im Kern aller Vampirgeschichten eigentlich geht: Sex! Groß war die erwartungsvolle Aufregung der (meist pubertierenden) Fangemeinde - angeheizt durch die Produktionsfirma, die im Vorfeld PR-Meldungen über Szenen lancierte, die einfach zu drastisch gewesen seien und der Zensurschere zum Opfer fallen mussten. Um es gleich zu sagen: Was auch immer an Leidenschaft vor der Kamera stattgefunden haben mag - es ist nur wenig davon übrig geblieben. Die entscheidenden Hochzeitsnacht-Szenen der beiden im Meer und anschließend im Bett sind ungefähr so heiss und erotisch wie "Bernard und Bianca". Ein angebrochener Baldachin muss ausreichen, um die Fantasie der Fans zu beflügeln. Damit bleibt auch der vierte Film dem verklemmten Duktus der Bestseller-Romane der amerikanischen Mormonin Stephenie Meyer treu. Auch sonst passiert nicht viel in diesem ersten Teil des Finales: Zuerst einmal heiraten Edward und Bella - was natürlich Jacob dazu veranlasst, sich vor Wut das Hemd vom muskulösen Leib zu reissen und mit Wutgeheul im Wald zu verschwinden. Es folgt eine ausgewalzte Hochzeitssequenz mit schönen Bildern, die aber - abgesehen vom tatsächlich sehr hübschen Hochzeitskleid von Bella - eigentlich optisch nicht mehr zu bieten hat als eine bessere Gartenparty von verwöhnten Millionärskindern. Und dann geht es endlich auf Hochzeitsreise - bis auf eine romantische Insel vor der brasilianischen Küste, wo die beiden schüchternen Backfische es schließlich im spiegelglatten Wasser treiben dürfen - freilich, ohne Wellen zu produzieren. Und während bisher alles in quälender Langsamkeit geschah, entwickelt sich nun in Rekordgeschwindigkeit eine Schwangerschaft bei Bella. Alle sind entsetzt: Wie konnte das passieren? Und quasi zur Strafe für ihren gemischt-rassischen Akt gibt es schwere Komplikationen, die Bella (immer noch ungebissen) an den Rand des Todes bringen. Im heimischen Familiensitz stehen fortan jede Menge betroffener Vampire herum, allen voran der melancholische Edward - während draussen ein paar Werwölfe herumheulen, die den drohenden Balg beseitigen wollen. Eine Familienschnulze in zarten Bildern, gegen das "Rote Rosen" ein Actiondrama ist. Positiv formuliert: Taylor Lautner ist als Jacob, der zu Bellas erstem Beschützer wird, nicht ständig halbnackt zu sehen, und die Handlung zerfasert nicht in überflüssige Nebenstränge. Was den Film unterm Strich aber am ehesten halbwegs erträglich macht, ist der Umstand, dass Kristen Stewart es mit viel Mut zur Hässlichkeit irgendwie schafft, in dieser Groschenroman-Dramaturgie eine sympathische Titelheldin zu bleiben.
Michael Schömburg





